Ghana

Ghana

Ghana wird im Reiseführer als Afrika für Anfänger beschrieben. 1957 wurde es als erstes afrikanisches Land unabhängig. Seitdem gab es keinen Krieg. Entsprechend gut ausgebaut sind Infrastruktur und Bildungssystem. Schon am ersten Tag wirkt Ghana auf uns aufgeräumter und viel weiterentwickelt als die bisher bereisten afrikanischen Länder. Die meisten Straßen sind in sehr gutem Zustand. Es gibt Fahrbahnmarkierungen, gut lesbare Verkehrsschilder und in den Städten Ampeln, die überraschenderweise sogar befolgt werden. Der Großteil der herumfahrenden Autos sind nicht die üblichen Schrottkarren.
Gleichzeitig ist Ghana angeblich das religiöste Land der Erde. Wir sehen in jedem Dorf mindestens drei verschiedene Kirchen.
Touristisch hat Ghana keine hervorragenden Sehenswürdigkeiten, ist aber angeblich insgesamt schön. Uns interessieren vor allem die Geschichte des europäischen Sklavenhandels mit dessen Handelsfestungen an der Küste, die Kultur der legendären Aschanti und die Strände im Westen des Landes.

9.-10. Juli 2016, Reisetag: 102-103
Beyin, Ghana

Unweit der Grenze liegt das vollständig auf einem See gebaute Dorf Nzulezu. Der einzige Weg dorthin führt über das Wasser. Eine gute Stunde dauert die Fahrt im Kanu, alles muss damit gebracht und entsorgt werden, auch die Kinder paddeln ihren Schulweg täglich. Bei Sonnenuntergang besuchen wir das Dorf. Die Fahrt durch die Mangroven über den fantastischen See gefällt uns besser, als das Dorf selbst. Es ist ein Ausflugsort für viele Touristen, die zwischen den Wohnhäusern der Menschen laufen. Die Einwohner sitzen hier wie auf dem Präsentierteller, entsprechend wenig begeistert sind sie davon. Wir fühlen uns nicht wohl.

Übernachtung: Tenack Beach Resort (3)

11. Juli 2016, Reisetag: 104
Busua, Ghana

Fort Apollonia, die erste europäische Festung, die wir besuchen, wurde von den Briten im 17. Jhd. gebaut. Dort ist ein kleines Museum zur ländlichen Lebensweise eingerichtet. Gut präsentiert werden die hiesigen Naturreligionen. Der Glaube an Geister ist tief verwurzelt. Naturheiler und Medizinmänner spielen hier auch heute noch eine große Rolle. In dem Glauben hat der Tod keine natürliche physische Ursache, sondern einen spirituellen Grund. Der kann auch die Verwünschung durch eine andere Person sein.

Die „Green Turtle Lodge“ ist der beliebteste Campingplatz der Überlandfahrer in Ghana, wir haben davon in vielen Reiseblogs nur bestes gelesen und wollen dort ein paar Tage „Ferien“ am Strand machen. Wir freuen uns schon so darauf, dass wir vergessen, vorher anzurufen und finden nach zwei Stunden auf einer grauenvollen Piste nur noch die Ruinen der Anlage. Die Eigentümer haben das Camp aufgegeben, sind nach Europa zurückgegangen und haben alles wie es war stehen gelassen. Wenig später ist fast nichts mehr davon übrig.

Übernachtung: Hideout Lodge (4)

12.-16. Juli 2016, Reisetag: 105-109
Axim, Ghana

Ein wenig frustriert über den Verlust des geplanten Feriencamps trösten wir uns mit der schönsten Touristenanlage der ganzen Gegend. Sehr zum Nachteil unseres dadurch angespannten Reisebudgets. Der Manager ist von unserer Anreise mit dem Auto aus Deutschland schwer beeindruckt, hat nach einigem Jammern wegen des Preises ein Einsehen und gibt uns 30% Rabatt nebst Upgrade auf eine Villa auf der hoteleigenen Insel mit privatem Pool. Wir schämen uns fast für diese Dekadenz, schwören uns selbst, dafür mindestens eine Woche nur noch zu campen und lieben das Hotel.

Der einheimische Hotelmanager hat in den USA studiert. Er erzählt, dass auch er viele Verhaltensweisen der eigenen Bevölkerung nicht mehr verstehe. Gelebt und gedacht werde meist nur für den Moment, die Wirkung des Heute auf das Morgen wird nicht gesehen.
Dazu erzählt er uns eine treffende, angeblich wahre, zumindest aber gut erfundene Geschichte aus dem Nachbardorf: Ein Fischer macht einen guten Fang. Er gibt den Erlös sofort aus und lässt es sich gut gehen. Ein Europäer weist ihn darauf hin, es wäre wichtig in gewinnbringenden Tagen Rücklagen zu bilden. Wenn das Boot oder Fischernetz kaputt sei, könne es davon repariert werden. Der Fischer hat dafür kein Verständnis: „Man soll nicht an solche Not denken, damit rufe man die schlechten Zeiten nur herbei.“

Die unberührten Strände im äußersten Westen Ghanas sind traumhaft. Der von Kokospalmen steil überhangene Sandstrand zieht sich kilometerweit, die Einsamkeit nur unterbrochen von Fischern, die traditionell halb in der Brandung stehend mit dem Wurfnetz fischen. Wir finden hier für ein paar Tage „unser“ Paradies.

Der südlichste Punkt Ghanas, Cape Three Point, ist – zugegebenermaßen nicht für jedermann – ein geographischer Reisehöhepunkt. Das Kap ist der Ort der weltweiten Landmasse, der dem Schnittpunkt von Äquator und Nullmeridian am nächsten liegt. Diese „Sensation“ will Hannes unbedingt besuchen, am besten zu Fuß über die Strände. Es wird ein sehr strammer Tagesmarsch von gut 30 km. Schon vor Sonnenaufgang wandern wir durch die Paradiesstrände, wir sind begeistert. Auch Svenja, bis sie erfährt, dass Hannes Wegplanung mittels Google Earth kurz vor dem Ziel einen größeren Fluss einschließt. Dieser sei aber sicher problemlos an der Mündung zu durchschwimmen, meint Hannes, man müsse nur die Rucksäcke mit einem Arm hochhalten, die seien ja sowieso wasserdicht.

Mit Svenjas etwas getrübter Stimmung am Fluss angekommen, erleben wir, wie so oft auf unserer Reise, was diesen Kontinent so liebenswert, für uns sämtliche Mühen entlohnend macht. Fast alles, was in unseren Augen ein Problem darstellt, wird irgendwie auf einen für uns nicht planbaren Weg gelöst, egal wie lange es dauert. Wie aus dem Nichts paddelt ein Fischer, der einzige Mensch weit und breit, auf uns zu und setzt uns ins seinem Kanu für einen Obolus über den Fluss.

Nach einem Besuch des einzigen von den Deutschen gebauten Forts „Groß Friedrichsburg“, von dem nicht mehr viel übrig ist, erreichen wir schließlich Cape Three Point. Dort erklimmen wir den alten malerischen und in allen Seekarten verzeichneten Leuchtturm. Seit langem funktioniert er nicht mehr. Man müsse die ausgebrannte Lampe erst noch bei der Verwaltung in Accra melden, erzählt man uns .

Übernachtung: Lou Moon Lodge (1)

17.-18. Juli 2016, Reisetag: 110-111
Cape Coast, Ghana

Unser nächstes Ziel ist Cape Coast. Die dortige Handelsfestung ist Schauplatz eines der traurigsten Kapitel der europäischen Geschichte und Drehort des davon handelnden Filmes „Cobra Verde“ Werner Herzogs. In den Kellergewölben wurden hunderttausende Sklaven unter unbeschreiblichen Bedingungen bis zu ihrer Verschiffung in die Kolonien der neuen Welt – das Wort trifft den damaligen Umgang mit der Ware Mensch ganz gut – „zwischengelagert“. Bernd, ein guter Freund, der vor Jahren hier war, hat unser Gefühl, als wir in den Gewölben stehen, sehr treffend beschrieben: „Man kann einfach nur das Kotzen kriegen“.

Mit flauem Magen essen wir im Baobab Gästehaus daneben zu Mittag. Es wird von einer niederländischen Stiftung betrieben. Aus den Einnahmen des Hotels wird ein Jugendausbildungszentrum finanziert, auch viele europäische Freiwillige engagieren sich darin.
Nachdem es Svenja in den letzten Tagen wieder schlechter geht, fragen wir im Gästehaus nach einem Arzt. Die Empfehlung erweist sich als Glücksgriff und Svenja bekommt für ihre jetzt richtig erkannte bakterielle Infektion die passenden Medikamente. Es geht ihr schnell besser. Vor der Praxis liest Hannes zufällig das Schild „Ghana Immigration Office“ auf der anderen Straße. Für unsere Rückkehr aus Deutschland brauchen wir noch eine Wiedereinreiseerlaubnis für Ghana, eigentlich nur in der Hauptstadt Accra zu bekommen. Dummerweise haben wir nicht damit gerechnet, das Autos schon in Ghana abzustellen und unser Visum nur für eine Einreise beantragt. Wir nutzen die Gelegenheit des nahen Amtes und fragen den ersten Beamten, den wir dort treffen. Am Ende des Tages haben wir für 20 EURO „Bearbeitungsgebühr“ den gewünschten Stempel im Pass.Übernachtung: Capitol Hill Hotel (3)

19.-20. Juli 2016, Reisetag: 112-113
Benu, Ghana

Auf der Fahrt nach Elmina geht bei dem uns vorausfahrenden Taxi eine Türe auf und gibt die überraschende, bis zum Bersten verstaute Fracht frei. Es gibt Wassermelonensalat auf der Straße.

Das Fort in Elmina ist das älteste europäische Gebäude südlich der Sahara. Ursprünglich von den Portugiesen errichtet, wechselte es, wie fast alle Handelsfestungen, mehrmals seinen Besitzer. Holländer, Briten, Portugiesen, Spanier, Franzosen, Dänen, Schweden und Deutsche. Sie alle hatten ihr Stück am großen Kuchen des Gold- und späteren Sklavenhandels.
Von dem immer wieder umgebauten Gebäude ist nicht mehr viel im Original erhalten. Auch die Stadt ist uns wenig sympathisch. Sie ist ein wichtiger Fischereihafen, hektisch und mit wenig Charme. Die Männer arbeiten als Tagelöhner und versuchen täglich aufs Neue mit auf ein Boot zu kommen. Sie können froh sein, als Lohn einen Fisch am Tag zu bekommen. Bargeld gibt es selten und wenn dann fast nichts. Ihre Frauen arbeiten als Warenträger. Sie schaffen die Fänge auf dem Kopf zum Markt. Die Kinder haben nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen und hängen unbeaufsichtigt in der Stadt herum. Die Schule ist zwar kostenlos, Schuluniform und Arbeitsmaterialien müssen aber selbst bezahlt werden, für die meisten hier unerschwinglich.

Nana, einer der wenigen echten Touristenführer, von dem wir das Einladungsschreiben für unser Ghana Visum bekommen haben, nimmt sich einiger Straßenkinder an. Er will sie in einem Zelt am Strand unterrichten. Wir spenden für einen Schultisch und vier Bänke und wünschen ihm viel Erfolg.

Übernachtung: Benu Beach Resort (2)

21.-23. Juli 2016, Reisetag: 114-116
Lake Bosomtwe, Ghana

Auf dem Weg nach Norden machen wir Mittagspause im Hans Botel Cottage. Hier leben zahme Krokodile. Obwohl sie täglich mit Huhn und Fisch aus dem Teich gut gefüttert werden, haben wir beim Anfassen ein mulmiges Gefühl. Die Haut ist sehr trocken, aber überraschend weich. Für uns bleiben sie wilde Tiere, denen wir mit entsprechendem Respekt begegnen.

Kurz vor der Dunkelheit erreichen wir Lake Bosomtwe. Der einsame, friedliche See ist das Ergebnis eines, für erdgeschichtliche Verhältnisse jüngeren Meteoriteneinschlages vor einer Million Jahren. Es gibt keine Boote, nur ein paar Fischer paddeln auf Holzbrettern mit ihren Sandalen am Ufer entlang.

Für den Weg zum dortigen Camp vertrauen wir auf unsere Navigationssoftware. Die vorgeschlagene schnellste „Straße“ wird immer steiler und schwieriger, die Blicke aus den Dörfern immer überraschter. Endlich angekommen, will uns keiner glauben, dass wir aus dieser Richtung gekommen sind. Der Eigentümer des Camps meint, nur zwei Autos hätten es vorher jemals geschafft, er selbst habe es nie versucht. Wir sind sehr stolz auf die Fähigkeiten unseres Buschtaxis und ein bisschen auch auf uns.
Die Betten im Camp sind feucht und muffig. Wir ziehen die eigene Bettwäsche im Buschtaxi vor und campen vor dem Eingang der Lodge. Der Luftzug und die Ruhe des Dachzelts sind unschlagbar. Das einzige Geräusch ist der Camp Hund, Mali. Er jault die ganze Nacht wie ein Wolf, in allen Tonlagen. Den ganzen Tag schläft er dann verständlicherweise.
Eine kleine Ranch mit acht gut geführten Pferden ermöglicht Hannes seinen ersten Ritt. Er schlägt sich gut und bekommt einen besonderen Zugang zu seiner Stute Eklipse.Übernachtung: Camping Parkplatz Cocoa Village Guesthouse (2)

24.-27. Juli 2016, Reisetag: 117-120
Kumasi, Ghana

Von anderen Reisenden wurde Kumasi, die zweitgrößte Stadt Ghanas, als hektisch und unsympathisch beschrieben. Uns gefällt die Stadt und wir haben vier wundervolle Tage hier. In der von einer ghanaisch-kanadischen Familie geführten Pension fühlen wir uns wie zuhause. Wir verbringen mit den Eigentümern lustige Abende und lernen das überall in Afrika gespielte, Jahrtausende alte Brettspiel mit Bohnen und Holzmulden, hier Oware genannt. Uns erscheint es sehr komplex, in Ghana beherrscht es scheinbar jeder unglaublich gut, selbst in den abgelegensten Gebieten.

Die Stadt ist das Zentrum der Aschanti, eine wichtige Volksgruppe in Ghana, die stolz auf ihre kulturelle Tradition und die wehrhafte Vergangenheit ist. Von 1680 bis 1896 war Aschanti ein großes Königreich, das als eines der wenigen ernsthaft Widerstand gegen die europäischen Invasoren leistete. Innerhalb von 70 Jahren führten die Briten vier Kriege gegen sie. Die letzte Niederlage gegen die waffentechnisch überlegenen Gegner war zu viel. Kriegsmüde wollte man sich schließlich ergeben. Die Sieger forderten hohe Reparationszahlungen, darunter den mythischen goldenen Stuhl der Aschanti, was nach deren Legende den Untergang des Reiches bedeutet hätte. Die Königsmutter rief nochmal alle zu den Waffen, während der Kämpfe wurde eine Kopie des goldenen Stuhls aus Messing angefertigt und den Briten übergeben. Erst nach der Kolonialzeit wurde dies aufgedeckt, der echte goldene Stuhl ist noch heute im Königspalast in Kumasi versteckt. Dort besichtigen wir das gute Museum, das die Geschichte und Tradition dieses stolzen Volkes erklärt.

In Kumasi gibt es auch den angeblich größten Markt Westafrikas. Das wollen wir mit eigenen Augen sehen. Wir werden von Comfort, einer älteren Aschanti Dame begleitet. Ohne ihre Führung wären wir total verloren und vermutlich schnell geflüchtet. Kilometer groß wie eine kleine Stadt verschlingt uns der Markt mit seinen angeblich über 10.000 Ständen und seinen Menschenmassen.

Wir unternehmen zwei Ausflüge in die Umgebung zu verschiedenen Aschanti Dörfern. In Adanwomase bekommen wir eine hervorragende Führung auf einer Kakaoplantage und in die dorfeigene Kente Weberei.

Die traditionelle Religion der Aschanti mit ihren Haus- und Dorfaltären spielte früher eine große Rolle. Heute finden nur noch vereinzelt religiöse Feste statt mit Trommeln, extatischen Tänzern und einem Priester, der in Trance in einer unverständlichen Sprache spricht, die nur von einem Eingeweihten übersetzt werden kann. Fast alle jüngeren Ghanaer sind überzeugte Christen, die traditionelle Religion lehnen sie als Aberglauben ab.
Von den Dorfaltären sind nur noch wenige baufällig erhalten, trotz UNESCO Schutzes. Als wir einen davon besichtigen, treffen wir den letzten überlebenden Priester des Schreins. Er lässt sich gerne fotografieren, erzählen kann er uns altersschwach leider nichts mehr. Mit ihm wird ein weiterer Teil afrikanischer Kultur sterben.Übernachtung: B&B Four Villages Inn (1)

28. Juli 2016, Reisetag: 121
Kubease, Ghana

Auf dem Weg zurück an die Küste nach Accra campen wir eine Nacht im Schmetterlings Schutzgebiet des Bobiri Nationalparks. Schmetterlinge sehen wir leider fast keine, angeblich sind sie am Beginn der Mango Saison anzutreffen. Für den Rest des Jahres gab es auch einmal einige Schaukäfige. Deren Holz wurde aber von Termiten gefressen.

Uns gefällt der Platz trotzdem sehr. Ein ruhiger, naturbelassener Wald, der auch zur Forschung genutzt wird. Wir treffen dort Studenten aus Oxford, sie untersuchen mit futuristisch aussehenden Apparaten die Photosynthese Eigenschaften bestimmter Baumarten. Für uns ein Anlass, eine Tour mit dem Park Ranger durch den Wald zu machen. Zu Beginn sieht für uns jeder Baum gleich aus. Nach vielen Erklärungen können wir zumindest ein paar davon nach Merkmalen und Verwendungszweck auseinanderhalten.

Zufällig treffen wir eine irisch-holländische Familie wieder, die wir vor einer Woche am Lake Bosomtwe getroffen haben. Svenja ist stolz, den Kindern Oware beibringen zu können.

Übernachtung: Camping Park Lodge Bobiri Forest Reserve (1)

29. Juli – 3. August 2016, Reisetag: 122-127
Accra, Ghana

Eine so fortschrittliche, gepflegte und teure Stadt haben wir in Afrika bisher nicht gesehen. Es gibt große Finanzviertel, viele gut gebaute Villen, saubere Straßen. Ghana hat offensichtlich zumindest in Accra eine Mittelschicht.

Diesmal informieren wir uns frühzeitig über einen guten Abstellplatz für das Auto. Direkt am Flughafen soll es sicher sein. Als wir uns den wirklich guten Platz ansehen, findet die zweijährige Katastrophenschutzübung statt. Verkehr und Schauspiel sind ein Erlebnis.

Die Tage vor dem Abflug erleben wir noch unser persönliches Waterloo auf der nigerianischen Botschaft. Nach zwei Tagen völlig chaotischen Abläufen, einem unverschämten Mitarbeiter und zehn Stunden Warten in der Botschaft geben wir genervt auf. Hannes ist schließlich so sauer, dass er dem Botschaftsleiter verspricht, er werde ganz sicher niemals einen Fuß auf nigerianischen Boden setzen.

Abends haben wir uns beruhigt, so schnell geben wir nicht auf. Wir werden es bei der nigerianischen Botschaft in Deutschland weiter versuchen. Nach unserer Rückkehr geht es weiter über den Osten Ghanas nach Togo, Benin und – vielleicht – Nigeria in Richtung südliches Afrika. Wir freuen uns schon darauf.

Übernachtung: La-Paradise Inn (1)

Was wir von Ghana in guter Erinnerung behalten werden:

  • Die einsamen Strände im Westen des Landes
  • Reiten am Lake Bosomtwe
  • Der letzte überlebende Priester des Aschanti Schreins

Was uns weniger gefallen hat:

  • Ausgefallene Leuchttürme
  • Die Nigerianische Botschaft in Accra
  • Der nach vielen Mahlzeiten immer penetranter wirkende Geschmack des Palmöls im Essen

Unsere Reiselektüre:

  • Reiseführer: Bradt Travel Guide Ghana, 6. Auflage, 2013.
    Hervorragend, die 7. Auflage wurde gerade für Herbst 2016 angekündigt.
  • Ryszard, Kapuscinski: Afrikanisches Fieber – Erfahrungen aus vierzig Jahren, Piper Verlag 2001.
    Die Universität Cambridge hält Seminare über seine Anschauungen zu Afrika. Das sagt alles.
  • Rainer Hackel: Stromausfall im Paradies, Verlag Traugott Bautz, 2015.
    Eine gut geschriebene, sympatische Kurzgeschichte über den Besuch eines Deutschen in Ghana.
  • Rüdiger Safranzski: Zeit – Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen, Carl Hanser Verlag, 2015.
    Hat nichts mit Afrika zu tun, ist aber fantastisch.